Alkohol

Die Nacht verspricht nichts Gutes außer Alkohol,
Das ist egal, was kommt, dass kommt,
hab' ich gelernt.
Ob drinnen in der Kneipe, auf'm Bürgersteig,
im Wald am See, wenn's Bier nicht fehlt.
Geschlafen wird im Sitzen oder Hausflur,
wenn man den Weg bis in sein eigenes Bett nicht schafft.
Der Kaffee die Erlösung und das Konterbier,
den Vorhang auf und es ist schon wieder Nacht.
Mit Casi in die S-bahn
und die Kontis ausgelacht.
Die Haare stehen seit einer Woche wie 'ne Eins.
Und schon wieder bin ich irgendwo aufgewacht
und habe festgestellt, das Bett ist gar nicht meins.

'Ich bin alternativ' ruft der Durchschnitt

Ich muss meinen Kopf ausschalten,
um den Alltag zu verdrängen.
Sonst könnte ich meine Gedanken nicht abschalten
und könnte nicht pennen.
Weil du mich nervst und du mich nervst.

Ich such' mir meinen Ausgleich
auf der Suche nach mir selbst.
Du suchst dir eine Arbeit,
die dich auffrisst und kriegst Geld.

Jeder ist süchtig und sucht sich Ersatzbefriedigung.
Kiff mich ins Delirium,
ich bräuchte nur mal wieder Schwung.
Ich lebe ohne Gliederung
und einfach in den Tag hinein.
Ich find's ok verplant zu sein
und manchmal auch im Arsch zu sein.

Du sagst nein zu Drogen
und ich geb' dir sogar recht,
doch wenn ich seh',
was du in deiner Freizeit treibst,
dann wird mir richtig schlecht.

Diese Gesellschaft hat Psychose,
wir leben alle in der Geschlossenen.
Die meisten von euch kann ich nur ertragen,
wenn ich besoffen bin.
Die Hälfte ist frustriert
und der Rest auf dem Karrierefilm
Ich bin nicht wie ihr vital oder energisch
und gegen eure Plastikwelt allergisch.

Sogar die SPD ist sozialer als ihr
und Angela Merkel radikaler als ihr.
Ihr seid alternativ,
doch nichts ist normaler als ihr.
So vernünftig demokratisch,
wenn ich mit euch rede,
denk ich nur, ihr verarscht mich.

Antitainment

Allein in deinem Zimmer,
liegst schon seit Stunden auf'm Bett.
Starrst aus Frust, Langeweile,
oder  Verzweiflung
Löcher in die Wände.
Und du stellst fest
auch das ist eine Lüge.
Genau so wie Konversation und Spielfilme.
Löcher in die Wände starren
scheint nicht zu funktionieren.
Doch da dir nichts anderes bleibt,
wirst du sie weiter perforieren.
Dabei hattest du dir alles schon so schön vorgestellt.
Nichts, was dich aufhält,
die Welt zu deinen Füßen.
Hättest du lieber einfach mal gegen sie rebelliert
und die Köpfe ihrer Bewohner perforiert.

Karrieresong

Die ganze Kindheit rumgesessen
und den ganzen Scheiß gefressen,
den sie dir erzählt haben,
um dich zu 'nem Arbeitstier zu machen.
Und so viele gute Sachen
machtest du deswegen lieber nicht.
Und die ganze Lernerei ging dir so am Arsch vorbei,
was hatte das zu tun mit deinem Leben?

Jetzt sitzt du da im Hörsaal rum
und eine Träne läuft dir stumm
und heimlich deine Wange lang
und die Gedanken fangen wieder an..
Nach'm Abi wolltest du mit'm Lkw nach Afrika oder Tibet.
Noch drei Jahre und dann fängt es an,
die Uni dauert ja nicht mehr lang.

Und jetzt stehst du da vor'm Arbeitsamt
und denkst an einen Ozean.
Das war der Plan von Anfang an,
mit'm Segelkahn einfach mal rauszufahr'n.

Doch du hast das durchgezogen
und du bist jetzt wohlerzogen
und man soll ja arbeiten geh'n!
Und alles für so'n Stück Papier
und jetzt hälst du es in der Hand.
Das echte Leben ist jetzt hier.
Jetz hängt es ordentlich im Schrank.

Irgendwann frisst dich der Stress mal auf.
Und von Zeit zu Zeit holt der ganze Mist dich ein.
Und dann nimmst du dir die Freiheit raus,
dich zehn Minuten hinzusetzen,
lässt halt mal die Ander'n stressen,
weil du mal 'ne kurze Pause brauchst.
Und genau da kommt dein Chef.
Und der ist eh total bescheuert.
Und als er dich so sitzen sieht,
hat er dich sofort gefeuert.

Und jetzt sitzt du da im Altersheim
und möchtest lieber etwas jünger sein.
Jetzt bist du draußen und das liegt daran,
dass man dich nicht mehr verwerten kann.
Das Leben geht so schnell dahin,
deine Warnungen verhall'n im Wind
Hört keiner hin...

Acherontia atropos















Druck wird zu Drang.
Hass zwingt zur Liebe.
Es nistet sich ein,
in Hirn und Herz.
Kratzt und beißt,
schreit und weint.
Ich will doch nur,
dass es schweigt.

Abstinenz


Tag 5 des vollkommenen Nüchternseins.
Tag 4 des Hungerns.
Tag 5 des zunehmenden Wahnsinns.

Soziale Inkompetenz

Darstellung ist wichtiger als Sein.
Gemocht zu werden ist wichtiger als zu Mögen.
Zustimmung bringt mehr Punkte,
als eigene Gedanken.

Du hast die Wahl

Lustlos pumpt das Herz
Blut
durch die Adern.
Gezwungernermaßen
füllen
sich die Lungenflügel mit Luft,
nur um sie in der nächsten Sekunde
angewidert
wieder auzustoßen.
Glanzlose Augen suchen
vergebens
nach Schönheit.
Langsam.
Immer langsamer.
Der Magen verkrampft sich,
zu lange war er untätig.
Existenzminimum
definiert sich
nicht ausschließlich
durch den Kontostands.

Die fließende Königin

Existenzminimum

Wir sind Abschaum.
Die ganze Welt ist voller Abschaum.
Größenwahn, Ignoranz und Egoismus überall.
Alle stehen nur rum,
niemand steht mehr zueinander.
Alles Ja-Sager, die alles nur nachplappern, womit die Medien sie füttern.
Keiner denkt mehr richtig nach.
Alle glauben,
sie wären allein mit ihren absurden Gedanken, Gefühlen.
Und sie machen andere deswegen runter.
Diese Welt ist so unglaublich unlebenswert, unliebenswert.
Ich spüre den Schmutz, den ich einatme,
sobald ich auf die Straße gehe.
Der Schmutz von Autos, Fabriken, Menschen.
Man schmeckt das Elend und die Falschheit.
Das Schlimmste aber ist,
das ein Teil von mir das alles liebt.
Diese anhaltenden Zerstörung.
Über alle dem verliert ein Herz unbemerkt seinen Takt.
Doch es muss funktionieren.
So wie alles funktionieren muss,
auf diesem Schrottplatz menschlicher Existenzen.

Monotonie der Betäubung

Sehnsucht.
Nach Liebe. Nach Freiheit.
Sehnsucht nach Euphorie.
Nach Zuneigung und Glück.
Sehnsucht nach besseren Zeiten.
Sehnsucht nach weniger verlieren.
Sehnsucht nach mehr Spaß.
Mit dem Kopf durch's Panzerglas.
Aber hauptsache mal wieder was spüren.

Inaniae

Fülle mich mit Leben.
Fülle mich mit Bier.
Fülle mir dein Denken.
Fülle mich mit Dir.
 

Apocalipstix


Hirnlego im Kopfkino.
Schnellstraßen zwischen den Ohren.
Gedankentrümmerfeld.
Alkohol Dressing auf den Kopfsalat gekippt.
Bombenalarm in meinem Herzen.
Doch die Fassade brökelt.
Der Turm stürzt ein,
begräbt die Erinnerung.
Das Betreten der Baustelle bleibt verboten.
Doch wer haftet für meine Gefühle?
Hör mal mehr gute Musik.