Wer kümmert sich um Abfall?

Glasige, 
blutunterlaufene Augen
tasten gierig ab,
strahlen verstahlt an.
Ein verliebter Blick
versteckt erfolglos 

bodenlose Leere,
Nichtssagende Namen,
gleiche Geschichten.
Selbes Drama
der 

missverstandenen,
misshandelten 

Könige.
'Du bist ein Engel!'
lallt der Pöbel.
'Du wurdest geschickt mich zu retten.'
Eine Pranke 

krallt sich in die Schulter.
Abschaum 

trifft auf größeren Abschaum.
Legitimität 

durch Irrelevanz der Individuen.
Niemand hat etwas gesehen.
Keiner hört mehr zu.
Nichts ist je geschehen.

Halbe Existenz

Haut, kalt wie Marmor.
Täuscht Schutz vor.
Wellen wohligen Grauens
breiten sich aus, 
Atmen 
fühlt sich unnötig an,
zu kräftezehrend.
Lippen, blau,
wie die Wintersee,
bleiben geschlossen.
Die Spiegel der Seele,
geweitet und leer.
Worte,
irren schreiend umher
ohne Sicht auf Freiheit.
Verstand,
dem Körper leise entflohen.
Automatisiertes Handeln 
ohne 
es zu hinterfragen.
Zwischen 
monotoner Existenz 
und 
zerstörerischem Willen 
zu Leben,
spüre ich...

Das Koalabären-Prinzip

Ich wünschte, ich wäre ein Koalabär.
Dann wäre ich niedlich und flauschig,
frei von aufgezwungenen Pflichten.
Ich könnte 20 Stunden am Tag schlafen,
die restliche Zeit mit Fressen und Ficken verbringen.
Es wäre mir egal, ob ich fett werde.
Ich würde mir einen schicken Eukalyptusbaum suchen 
und jeden gnadenlos runterschubsen,
der es wagt ihn zu besteigen.
Ich bräuchte mich nicht zu betäuben,
denn mir wäre ja ohnehin alles scheißegal.
Hör mal mehr gute Musik.